Leib-Gebet

Leib, mehr als Körper!

Die (post-)moderne europäische Mentalität ist von einer tiefsitzenden Körperverfallenheit und Leibvergessenheit geprägt. Die Wiederentdeckung des Leibes gehört daher mit zu den spannendsten Aufgaben im Bereich der Spiritualität:

  • Der Mensch hat nicht nur einen Körper sondern ist Leib.
  • Als Mensch zu existieren heißt inkarniert zu sein – im Geheimnis des Leibes.
  • Diese leibliche Präsenz des Menschen ist die Einheit von Innen und Außen; von physischen, psychischen und geistigen Momenten; von Selbst-Sein und In-der-Welt-Sein; von Sein und Haben.

Christliches Leibgebet

meint Inkarnation, bei der ich lerne, den Körper, den ich von Gott bekommen habe, mir in Dankbarkeit mehr und mehr anzueignen; der Leib, der ich von Gott her immer schon bin, für mich zu werden. Christliches Leibgebet zielt auf eine Heiligung, bei der ich im Leib durchlässig und Tempel des Heiligen Geistes werde. Die Gebetslehre der christlichen Tradition stellt einen reichen Schatz an Gebetsgesten und Leibübungen zu Verfügung, mit denen wir "mit Leib und Seele beten" können:

  • Seit den Anfängen der Kirche haben Beter die Hände erhoben, ausgebreitet und gefaltet, haben sich niedergeworfen und sind auf die Knie gegangen, haben einen meditativen Sitz eingenommen oder sind in meditativer Weise geschritten. Diese Gebetsgesten der spirituellen Väter und Mütter bewähren sich auch heute als Inspiration für das Leibgebet.
  • Ein Höhepunkt des mittelalterlichen Leibgebetes bilden die "Neun Gebetsweisen des Hl. Dominikus", denen sich die "Schola Cordis. Schule christlicher Spiritualität" in besonderer Weise verpflichtet weiß.

Leibgebet in der Schola Cordis

  • Leibgebet als Teil einer kontemplativen Einheit – in Verbingung mit stillem Sitzen oder mit dem Herzensgebet.